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            Martin  Kippenberger   1953 Dortmund - 1997 Wien                                    

                         

 

 

                  

 

Biographie:

Die oft extreme Dürftigkeit und Rauheit des Materials oder der Themen seiner Kunst gerät [Ende der 80er] in die Nähe eines expressionistischen Stils; seine Kunst könnte in der Tradition dieser vom Primitivismus und den Fauves geprägten Themen gesehen werden, und doch unterscheidet sie sich so grundsätzlich von ihr wie auch von ihrem Wiederaufguß in den 80er Jahren, daß man diesen Zusammenhang sofort wieder verwirft. Kippenberger hat sich zu sehr im Stoff der Gegenwart, in den Resten der Modernität bewegt, und er hat in der Ernsthaftigkeit seines Anliegens immer das unverkennbare Element des Humors eingestreut, jene Leichtigkeit, mit der er die ganze materielle Bestimmtheit seines Produkts umwerfen konnte, um es dann in einer anderen Anwendung wieder aufzustellen. Diese Zeichen der guten Laune brechen aus seinen Werken, aus seinem Umgang mit ihnen überall hervor, und sie begleiten ihn noch, wenn er sich mit unberechnbarer Zuneigung Gegenständen zuwandte, die niemand sonst des Ansehens für Wert befunden hätte - wenn er den Eiermann machte oder irgendwelche Tische und Stühle sammelte. Andererseits kann man bei dieser liebevoll lächelnden Aufmerksamkeit für das Ungeschickte und Unförmige leicht übersehen, wie sehr es ihm gerade auf die verachtete Körperlichkeit dieser Dinge, ihren Schmerz ankam. Von den 'Psychobuildings' bis zu dem Rettungsunternehmen mit Tischen und Stühlen beobachtete er an den Dingen eine physiognomische oder körperliche Präsenz (...), die er keineswegs als schlechtes Beispiel abtat. Im Gegegnteil, die Aneignung wurde, selbst wenn sie einen zerstörerischen Prozess einschloß, von seiner identifikatorischen Neugierde gelenkt, wobei er die Niederlegung der Dinge als Objekte der Kunstbetrachtung immer im Auge behielt, nicht zuletzt, weil in der Kunst die Geschichte der Dinge vorgezeichnet ist" (Roberto Orth, in: Kippenberger, hrsg. v. A. Taschen u. B. Riemschneider, Köln, 1997, S. 17).


 

 

 

 

 

 

 

 

 

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